Apr 172017
 

Am Montag, den 10.04.2017 fand eine Jugendstunde in Pfäffingen mit unserem Bischof Urs Heiniger statt. Ein bestimmtes Thema war nicht vorgesehen; die Jugend konnte im Vorfeld ihre Fragen den zwei Jugendlichen weiterleiten, die die Jugendstunde moderierten.

Evangelist und Bezirksjugendleiter Carsten Dehner begrüßte den Bischof herzlich und gab nach dem Eingangsgebet das Wort an die zwei jugendlichen Moderatorinnen weiter.

Es begann mit einer persönlichen Frage über den Inhalt der linken Innentasche im Anzug unseres Bischofs. Dieser antwortete mit einem Grinsen, dass er am heutigen Abend die Adresse der Kirche in Pfäffingen sowie einen Zettel mit einigen der Fragen in seiner Innentasche hat. Oft trägt er auch sein Smartphone mit sich und in seinem schwarzen Anzug hat er grundsätzlich den genauen Wortlaut zur Aussonderung des Heiligen Abendmahls dabei.

Auf die Frage: „Was ist momentan deine liebste Romanfigur bzw. Held?“ antwortete er, dass er keine Romanfigur besonders mag – er liest sehr gerne, weil er sich dadurch in eine andere Welt „flüchten“ kann; von den Charakteren und/oder der Handlung kann er im Nachhinein allerdings nicht viel wiedergeben. Helden in der Gegenwart sind für ihn Glaubensgeschwister, die ihren Glauben leben, auch wenn die Umstände nicht einfach sind. Ebenso bezeichnet er junge Amtsträger, Organisten und alle anderen Mitarbeiter als „Helden der Gegenwart“.

Ein Lieblingswort von Jesus hat er kein Spezielles. Für ihn ist jedes Wort, das Jesus gesprochen hat, besonders – je nach Lebenssituation. Momentan bewegen ihn allerdings die letzten Worte am Kreuz: „Es ist vollbracht.“ und „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

„Was heißt auf den Tag des Herrn warten?“

Die Frage konnte unser Bischof einfach und klar beantworten: Für ihn heißt das, sich mit der Zukunft beschäftigen, jeden Tag mit Jesus verbunden sein und sich auch in unbefriedigenden Situationen oder Konflikten bewusst zu machen, dass Jesus zu jeder Zeit wiederkommen kann.

Grundlage ist hierfür der Glaube, die unser Bischof als von Gott geschenkte Gabe in der Seele bezeichnet. Er vergleicht ihn mit einer gelernten Fremdsprache: Der Glaube / die Sprache öffnet eine ganz andere Welt bzw. ganz andere Dimensionen. „Wo der Verstand aufhört, da beginnt der Glaube. Den Glauben muss man erleben.“

Die beiden Moderatorinnen schlossen hier an mit der Frage nach einem Glaubenserlebnis in der Jugendzeit. Unser Bischof gestand, dass er früher sehr kritisch gegenüber der Lehre Christi war. Glaubenserfahrungen und Gotterleben gaben ihm jedoch die Sicherheit im Glauben.

Auch bei schwierigen Entscheidungen, wie zum Beispiel über den künftigen Wohnort seiner Frau und ihm, hatte er stets das Gefühl: Gott steht hinter seinen Entscheidungen. Eine umfassende Erzählung der damaligen Geschehnisse machten dies deutlich.

Als eingedeutschter Schweizer fragte man ihn nach Personen, die er aus den Augen verloren hat, an die er jedoch weiterhin denken muss. Er nahm Bezug auf seine Konfirmation und den Jugendlichen, die gemeinsam mit ihm das Gelübde abgegeben haben. Diese Menschen begleiten ihn ein Leben lang.

Die Jugendzeit ist bei unserem Bischof schon eine Weile her – daher dann auch die Frage, an was er merke, dass er keine 20 Jahre mehr ist? An Sport merke er das nicht groß, denn das hat er nie besonders viel gemacht. Stärker merke er das an der heutigen Jugendsprache, beim Aufstehen und gerade jetzt mit einem neuen Bezirk an seinem Erinnerungsvermögen von Namen.

Nach einigen Fragen über seine Hobbys (Wandern, Schwimmen, Fotografieren) und seinem damaligen Beruf (Schriftsetzer), gab er uns noch Preis, wie er seine jetzige Frau kennengelernt hatte: bei einem Jugendausflug. Seine Frau ist also auch von Beginn an neuapostolisch – da kommt bei einigen Jugendlichen die Frage auf, wie man eine Beziehung führen kann mit einem Partner, der/die nicht der gleichen Religion angehört? Für unseren Bischof sind unterschiedliche Konfessionen ähnlich wie unterschiedliche Hobbys: jeder sollte hinter seinem Glauben stehen und darüber miteinander reden können. Für die Partnerschaft an sich spielt die Konfession keine Rolle, denn hier muss sich eine beständige Liebe entwickeln – unabhängig vom Glauben. Wichtig ist, dass man miteinander offen über alles reden und auch beten kann. Das zeichnet eine gute Partnerschaft aus.

Die heutige Jugend beschäftigt sich nicht nur mit der Partnerwahl, sondern auch mit der Berufswahl, dem sozialen Umfeld, usw. Wohlstand in diesen Bereichen bedeutet allerdings nicht, dass man reich gesegnet ist. Den Segen Gottes darf man nicht an irdischen Dingen festmachen, sondern muss hier vielmehr die Gnade Gottes erkennen.

Zu Erkenntnissen müssen auch Amtsträger kommen, wenn sie einen Amtsauftrag übernehmen sollen. Hier ist es wichtig, dass jeder Einzelne den Ruf Gottes erkennt und seine Gaben in das Werk Gottes einsetzen möchte. Hier leistet unser Bischof keine „Überzeugungsarbeit“, sondern hilft vielmehr zum inneren Frieden zu kommen, um den Ruf Gottes zu erkennen.

Für ihn bedeutet „Bischof zu sein“ mehr demütiger zu werden – den Aposteln, Amtsträgern, Gotteskindern zu helfen und zu dienen im Bewusstsein, dass dies Gottes Werk ist.

Der Amtsauftrag verleiht keinen besonderen Status. Das Amtsverständnis der Zukunft wird gerade innerhalb der Bezirksapostelversammlung noch ausgearbeitet.

Für unseren Bischof ist die aktuelle Herausforderung für Christen heute, in das Wesen Christi hinein zu wachsen und das Evangelium zu leben. Der Tag des Herrn ist für ihn das „Kirchenprojekt“, das er gern beschleunigen möchte. Damit sieht er dann auch keine Notwendigkeit mehr für die  neuapostolische Kirche im Jahr 2030.

Auf die letzte Frage nach der notwendigen Zeit für seine Heimfahrt, antwortete unser Bischof mit „2 Stunden“. Die Tübinger Jugend bedankt sich ganz herzlich bei unserem Bischof für diesen aufschlussreichen und schönen Abend!

Sorry, the comment form is closed at this time.